Das Bildarchiv präsentiert die Reihe "Das Bild der Woche" und stellt hier Bilder aus dem vielfältigen Archivbestand vor – von der ältesten Aufnahme, über Kuriositäten und Jubiläen, bis hin zu aktuellen Fotoarbeiten unserer Stadtfotografin.
Anregungen und Ideen zu Motiven und deren Geschichte können an medienzentrum@hanau.de gesendet werden.
Das Bildarchiv präsentiert: Das Bild der Woche
#11 – Die Hesse komme
Der diesjährige Hessentag findet vom 12. – 21.06. in Fulda statt. Vor 63 Jahren war Hanau die Ausrichtungsstadt des 3. Hessentages. Damals noch als dreitägiges Event veranstaltet, hat sich der Hessentag mittlerweile zu einer regelrechten Hessen-Woche entwickelt, bei der es darum geht, hessische Kultur, Brauchtum und modernen Lebensstil zu feiern.
Ins Leben gerufen wurde der Hessentag vom damaligen Ministerpräsidenten Georg August Zinn, der damit das hessische „Wir“-Gefühl stärken wollte – denn das Land Hessen in seiner heutigen Ausprägung war schließlich erst 1945 nach dem 2. Weltkrieg gegründet worden. Heute ist der Hessentag das älteste und größte Landesfest in der Bundesrepublik.
Franz Weber schreibt dazu in der Chronik der Stadtbildstelle: „Anläßlich des Hessentages in Hanau war die Bildstelle im Großeinsatz für die Staatskanzlei tätig. Sämtliche Aufnahmen der 4 Photographen der Staatskanzlei mußten sofort entwickelt u. vergrößert werden, um unverzüglich der Presse zur Verfügung gestellt werden zu können.“ Durch die so große Unterstützung der Bildstelle gingen im Anschluss alle angefertigten Negative in den Bestand der Bildstelle über.
Signatur: MZHU1567_1963_D5; Aufn.: unbekannt, Juni 1963
#10 – Anne-Frank-Schule
Die Anne-Frank-Schule wurde im März 1962 in der Freigerichtstraße gegründet. Im ersten Schuljahr besuchten 286 Schülerinnen und Schüler die (damals noch) sechs Klassenstufen der neuen Schule.
Bereits im November desselben Jahres reiste Otto Frank (3. v. l.) nach Hanau, um die Schule zu besuchen, die den Namen seiner Tochter Anne trägt. Die damalige Schulleiterin Hedwig Schneider (2. v. l.) führte ihn durch das Gebäude.
Durch die hauptberufliche Lehrtätigkeit von Thomas Masztalerz an der „AFS“ besteht heute eine enge Verbindung zwischen der Schule und dem Medienzentrum/Bildarchiv, dessen Leiter er seit nunmehr sechs Jahren ist.
Im vergangenen Jahr erhielt die Anne-Frank-Schule einen Neubau, und die Renovierungsarbeiten am alten Gebäude wurden abgeschlossen. Auch diese Entwicklungen wurden umfassend von unserer Stadtfotografin dokumentiert.
Die Namensgeberin Anne Frank wurde am 12. Juni 1929 in Frankfurt am Main geboren. In dieser Woche hätte sie ihren 97. Geburtstag gefeiert.
Signatur: MZHU1495_1962_A2 / B5; Aufn.: Schmincke, November 1962
#9 – Wölfe im Wildpark
Aus der Kategorie „aktuelle Fotoarbeiten“ zeigen wir heute ein Foto, das Frau Salfer im letzten Herbst aufgenommen hat. Dort war sie in der Alten Fasanerie in Hanau Klein-Auheim und hat die Wildtiere mit ihrer Linse eingefangen.
Der Erlebnis-Wildpark beherbergt rund 350 Tiere aus 35 Arten, darunter Wölfe, Luchse und Rotwild, und ist ganzjährig geöffnet.
Signatur: MZHU2025_10_Wildpark_Alte_Fasanerie_30; Aufn.: Salfer, 18.10.2025
#8 – Grimms Märchen
Die Hanauer Märchenfestspiele veranstalten gerade ihre 42. Saison. Vom 8. Mai bis zum 31. Juli 2026 finden die Aufführungen der Brüder-Grimm-Festspiele im überdachten Amphitheater in Hanau statt.
Ihren Ursprung haben die Festspiele im Jahr 1985, als sie anlässlich des 200. Geburtstags von Jacob Grimm erstmals veranstaltet wurden. Damals wurden die beiden Märchen „Rumpelstilzchen“ und „Rotkäppchen“ im Schlosspark von Schloss Philippsruhe aufgeführt – mit immerhin rund 600 Sitzplätzen.
Die Kulissen und sogar die Bestuhlung mussten nach jeder Vorstellung vollständig abgebaut werden, was den frühen Festspielen ihren ganz eigenen Charme verlieh.
Signatur: MZHU4473_1985_E1; Orig. Foto von: Heck (1985) / Repro: Schröder (1986)
#7 – Ab ins Schwimmbad!
Seit letzter Woche ist die Freibad-Saison in Hanau gestartet. Pünktlich dazu öffnete das neu umgebaute Freibad des Heinrich-Fischer-Bades seine Pforten. Nach zweieinhalbjähriger Bauphase erstrahlt es nun in neuem Glanz. In den 60er-Jahren noch Stadtbad genannt, war es das erste kombinierte Hallen- und Freibad Deutschlands.
Das Bild der Woche zeigt das Freibad bei dessen erstmaligen Eröffnung am 18.06.1961, wie ein Mann einen Kopfsprung von dem – mittlerweile denkmalgeschützten – Sprungturm macht.
Zum 65. Jubiläum gibt es zudem die Ausstellung „Freiheit, Gleichheit, Chlorgeruch – 65 Jahre Freibad Hanau“ im Eingangsbereich des Freibades zu sehen, für die das Bildarchiv diverses Fotomaterial zur Verfügung gestellt hat.
Das sogenannte „Hei-Fi“ ist eines der am meisten fotografierten Objekte unseres Archivbestandes. Über 900 Aufnahmen aus 65 Jahren dokumentieren die Sport- und Freizeitstätte im Wandel der Zeit.
Signatur: MZHU1304_1961_A4; Aufn.: Weber, 18.06.1961
#6 – Das Bildarchiv von heute
Das Bildarchiv besteht nicht nur aus historischen Schwarz-Weiß-Aufnahmen, Reproduktionen und Glasplatten, sondern der Bestand wächst nach wie vor mit neuen Aufnahmen. Dabei geht unsere Stadtfotografin Frau Salfer mit ihrer Nikon Z9 durch die Stadt und hält die Veränderungen des Stadtbildes fest; fotografiert Gebäude vor ihrem Abriss, Baufortschritte und Neubauten, aber auch Events rund um das kulturelle Leben in Hanau.
Auch moderne Technik, wie Drohnen- und 360-Grad-Aufnahmen, sind Teil des Fotobestandes, wie hier zu sehen: eine Drohnenaufnahme des Freiheitsplatzes vor einigen Wochen, als die Frühlingsmesse stattfand.
Der Archivbestand besteht auch heute noch größtenteils aus analogen Negativen. Seit Anfang der 2000er-Jahre gibt es eine digitale Bilddatenbank, die seither mit neuen und alten Aufnahmen wächst. Das Ziel ist, in Zukunft ein vollständig digitales Archiv zu haben.
Signatur: MZHU2026_04_Fruehjahrsmesse_03; Aufn.: Salfer, 26.04.2026
#5 – Maikundgebung
Auf der Kundgebung zum 1. Mai im Jahr 1959 steht ein junger Mann und demonstriert gegen die Wehrpflicht. Drei Jahre zuvor war sie in der Bundesrepublik Deutschland erstmals eingeführt worden – in einer Zeit, die von Spannungen des Kalten Krieges geprägt war.
Mehr als ein halbes Jahrhundert später wurde die Wehrpflicht 2011 schließlich ausgesetzt.
Doch globale Konflikte und vor allem der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine haben die Debatte um staatliche Verteidigungsfähigkeit wieder aktiviert und Fragen nach Sicherheit, Verantwortung und individueller Gewissensentscheidung in den Fokus gerückt. Inzwischen ist ein neues Wehrdienstgesetz in Kraft getreten.
So ist die Szene von 1959, die Franz Weber damals eingefangen hat, auch im Jahr 2026 erstaunlich aktuell.
Signatur: MZHUf0035_1959_C3; Aufn.: Weber, 01.05.1959
#4 – Sonderzug nach …
Der Betriebsausflug der Hanauer Stadtverwaltung ist Tradition. Einmal im Jahr fahren die Mitarbeitenden der städtischen Verwaltung unter Eigenbeteiligung mit einem Sonderzug in eine andere Stadt, so auch letzten Freitag, weshalb die Verwaltung nur eingeschränkt erreichbar war.
Nach Pankow hat es nicht gereicht ob der großen Distanz, dafür ging es dieses Jahr nach Erfurt.
Auch 1953 gab es schon einen Betriebsausflug, damals ging es an den Rhein. Das Bild der Woche zeigt Mitarbeitende der Steuerverwaltung mit Blick auf den Rhein.
Signatur: MZHU0642_1953_B5; Aufn.: Schmincke, 16.05.1953
#3 – Der Gründer
Dieses Bild der Woche zeigt Franz Weber, den Gründer des Bildarchivs (damals Stadtbildstelle). Zum 128. Geburtstag von Franz Weber folgt hier ein kurzes Porträt:
Geboren am 24.04.1898 in Salmünster verschlug es Weber nach dem Ende des 1. Weltkrieges nach Hanau. Vom Hauptberuf war er Lehrer an der Bezirksschule I (heute Pestalozzischule) und machte sein Hobby Fotografie zum Nebenberuf. Ursprünglich dienten seine Aufnahmen für den Einsatz im Heimatkundeunterricht, bis sie schließlich zu einer umfassenden Archivsammlung über die Stadt Hanau anwuchsen. Über 30 Jahre lang war er Leiter der Bildstelle, bis er 1966 in den Ruhestand ging. 1970 wurde Weber für seinen Verdienst mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
Bezeichnend war vor allem seine systematische und umfassende Fotodokumentation der Straßenzüge sowie die Reproduktion der Bewässerungspläne kurz vor der verheerenden Bombardierung am 19.03.1945, bei der ein Großteil der Stadt zerstört wurde.
Zu Webers Mitgliedschaft in der NSDAP gibt es nicht viele Informationen. Aber Weber sei kein fanatischer Anhänger gewesen; erst 1937 wurde er Mitglied – wie die meisten Bildstellenleiter und Lehrer es waren. Ihm war immer nur das Fotografieren wichtig – dies geht aus seiner handschriftlichen Chronik der Stadtbildstelle hervor, die heute im Stadtarchiv lagert. Für Weber war das Fotografieren Leidenschaft und Arbeit mit Herzblut. Er verstand sie als wertfreie Dokumentation des gegenwärtigen Geschehens: „Ich schicke voraus, dass ich bei allen meinen Aufnahmen bemüht war, objektiv zu sehen, um wirklich wahrheitsgetreue, geschichtlich einwandfreie Aufnahmen von der jeweiligen Situation festzuhalten. Manchmal war mirs nicht ganz geheuer dabei. So z.B. als ich dem Abtransport der Juden heimlich mit der Kamera folgte […]“.
1984 verstarb Franz Weber im Alter von 86 Jahren. Zu seinen Ehren ist ein Seminarraum im Kulturforum benannt, wo auch das Medienzentrum/Bildarchiv ansässig ist. Viele seiner Aufnahmen sind heute unschätzbare Zeugnisse einer Stadt, die damals fast vollständig zerstört wurde.
Signatur: ND_0140; Aufn.: Pohlmann, Juli 1962
#2 – Städtepartnerschaft
Anlässlich des 60-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft Hanau-Großauheims mit der nordfranzösischen Gemeinde Conflans-Sainte-Honorine gibt es aktuell eine Vitrinen-Ausstellung im Kulturforum, die Fotos, Zeitungsartikel und Schenkungsexponate zeigt.
Die Ausstellung ist eine Kooperation der im Kulturforum ansässigen Bildungseinrichtungen Stadtarchiv, Bildarchiv und Landeskundliche Abteilung. Das Bildarchiv lieferte dafür die entsprechenden Fotos.
Daher zeigt das zweite Bild der Woche die Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde am 25.09.1965 im Rahmen der Feierlichkeiten zur Verschwisterung zwischen Großauheim mit Conflans.
Zur Vitrinen-Ausstellung "60 Jahre Städtepartnerschaft"
Signatur: 1875_F4; Aufn. Schröder
#1 – Die älteste Aufnahme
Zum Anfang der Reihe „Bild der Woche“ möchten wir auch mit einem Bild aus den Anfängen starten. Die wohl älteste fotografische Aufnahme aus unserem Bestand zeigt die Hanauer Altstadt – genauer den Paradeplatz mit alter Infanterie-Kaserne – mit Blick nach der Nordstraße/Judengasse um 1850.
Das Original war vermutlich ein Salzpapierabzug, Autor unbekannt.
Das uns vorliegende Bild ist eine Reproduktion von 1950, aufgenommen von der ehem. Stadtfotografin Elisabeth Schmincke.
Die vermutlich erste dauerhafte Fotografie der Welt „Blick aus dem Arbeitszimmer von Le Gras“ stammt übrigens aus dem Jahr 1826.
Signatur: XXI_0030











